Tipps zur Zahngesundheit in der Schwangerschaft und für Säuglinge

Tipps zur Zahngesundheit in der Schwangerschaft und für Säuglinge

  1. In der Schwangerschaft reagiert das Zahnfleisch hormonell bedingt empfindlicher auf bakterielle Beläge. Daher sollte in dieser Zeit eine besonders sorgfältige Mundhygiene betrieben werden. Bei hormonell bedingten geschwollenem Zahnfleisch sollten Sie evtl. eine weichere Zahnbürste verwenden.

  2. Evtl. empfehlen sich in dieser Zeit mehrere Kontrolluntersuchungen, um rechtzeitig Veränderungen an Zähnen und Zahnfleisch zu erkennen. So können diese oft mit geringem Aufwand beseitigt werden. Auch ist möglicherweise in diesen Monaten öfter eine professionelle Individualprophylaxe (Zahnreingung) ratsam, um versteckte und schwer erreichbare Beläge beseitigen zu können.

  3. Schwangere, die erbrechen müssen, sollten nicht sofort danach ihre Zähne putzen. Der Zahnschmelz ist durch die Magensäure angerauht und empfindlich. Lieber den Mund mit Wasser spülen und die Zahnreinigung ca. 30min später durchführen.

  4. Bei zusätzlicher Aufnahme von Calcium ist zu beachten, das die Calcium-Ionen die Fluorid-Ionen verdrängen. Der Körper kann das für den Schutz der Zähne notwendige Fluorid nicht verwenden. Daher sollten Sie Calcium-Tabletten und Fluorid (in Mundspüllösungen, Zahnpasten und Tabletten enthalten) nicht gleichzeitig anwenden.

  5. Gesunde Ernährung heißt nicht nur viel frische Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch zahnschonende Ernährung:

    Möglichst wenig zuckerhaltige und klebrige Lebensmittel!

    Sollte die Lust auf kariesgefährdende Stoffe groß sein, Süßes lieber in einem Rutsch essen und nicht über den Tag verteilen.
    Das gilt nicht nur für Sie als werdende Mutter, sondern auch später für Ihr Kind.

  6. Das Saugen bei Brusternährung kräftigt Kiefer, Lippen und Zunge Ihres Kindes, so daß sich Zahn- und Kieferstellung normal entwickeln können.

  7. Wenn das Stillen nicht möglich ist, gilt es auf kiefergerechte Sauger zu achten. Das Loch im Sauger darf nicht erweitert werden. Ihr Kind soll sich auch beim Saugen aus der Flasche anstrengen wie beim Stillen.

  8. Karies ist eine Infektionserkrankung, sie ist ansteckend! Das Kind erwirbt die kariesfördernden Bakterien (z.B. Streptokokken) über das Sauberlecken oder Vorkosten an Sauger, Löffel oder Schnuller. Ist das Kariesrisiko der Bezugspersonen gering, wird auch Ihr Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig Bakterien dieser Art aufweisen und später ein naturgesundes Gebiss entwickeln.
    Um eine Kariesgefährdung eines Kindes so weit wie möglich auszuschließen, kann es daher notwendig sein, alle Familienmitglieder mit erhöhtem Kariesrisiko zahnärztlich und individualprophylaktisch zu betreuen.

  9. Bedenken Sie schon jetzt:
    Auf keinen Fall gezuckerten Tee, Fruchtsäfte oder Milch mit Honig zum Dauernuckeln geben. Auch verdünnte zuckerhaltige Getränke sind gleichermaßen schädlich. Eine Dauernuckelgewohnheit sollten Sie auch mit Selter oder Wasser nicht entstehen lassen.
    Erschreckend viele Kinder leiden an Nuckelflaschenkaries (Nursing Bottle Syndrom) und haben anstelle weißer Milchzähne verfaulte schwarze Stummel im Mund.

  10. Schon der erste Milchzahn muß geputzt werden, am besten zunächst mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen weichen Zahnbürste jeweils mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta. Milchzähne haben eine wichtige Platzhalterfunktion für die folgenden bleibenden Zähne. Zerstörte oder fehlende Milchzähne beeinträchtigen die Zahn- und Gebißentwicklung der 2. Zähne.

  11. Niemand kommt als Putzmeister auf die Welt. Bei Bedarf können Sie sich deshalb in ihrer Zahnarztpraxis die richtige Putztechnik erläutern lassen und diese von Anfang an mit ihren Kindern zusammen üben.
    Bis zum Alter von ca.10 Jahren benötigt Ihr Kind altersgerecht in regelmäßigen Abständen Putzunterstützung.

  12. Die Beseitigung von Plaque an Zähnen und Zahnzwischenräumen gelingt bei der häuslichen Zahnpflege nicht immer in gewünschtem Maß.

    Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen helfen, Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten.